Fleisch & Klima
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Wusstest Du, wie nahe Treibhaus- und Schlachthaus beieinander liegen?
Sehr nah. Sie sind quasi miteinander verbunden. Fast ein Fünftel der globalen Treibhausgase werden durch die Viehwirtschaft verursacht. Unser großer Appetit auf Steak, Wurst & Co heizt damit also kräftig den Klimawandel an.
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Durchschnittlich verursacht jeder Deutsche pro Jahr Treibhausgasemissionen in Höhe von etwa elf Tonnen. Davon werden zwischen 1,5 – 2 Tonnen durch unsere Ernährung verursacht. Also in etwa 15-20% unserer Gesamtemissionen. Dabei macht es einen großen Unterschied, ob wir Fleisch oder Gemüse auf dem Teller haben: Den mit Abstand höchsten Anteil unserer ernährungsbedingten Treibhausgasemissionen (40 %) verursachen wir durch tierische Lebensmittel - nur etwa 8 % durch pflanzliche.
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Dabei ist Rindfleisch mit 13.000 g CO2-Äquivalent pro Kilogramm absoluter Spitzenreiter; für Geflügel liegen die Emissionen bei 3.500 g CO2-Äquivalent pro Kilogramm. Gemüse verursacht dagegen nur etwa 150 g pro Kilogramm. Im Durchschnitt entstehen bei der Produktion pflanzlicher Lebensmittel nur etwa ein Zehntel der Treibhausgasemissionen tierischer Produkte.
Rodung von Wäldern für Weiden
Woran liegt das? Die Viehwirtschaft verantwortet etwa ein Fünftel aller Treibhausgasemissionen weltweit - ca. 18%. Etwa ein Drittel davon ist allein auf die Rodung von Wäldern, vor allem in Südamerika, zurückzuführen.
Ein weiterer Grund für die hohen Treibhausgasemissionen tierischer Lebensmittel ist der große Energiebedarf für die Produktion der Futtermitteln. Hierfür sind große Mengen Düngemittel, Pflanzen- und Bodenhilfsstoffe sowie Treibstoff erforderlich. Zudem trägt im Fall von Wiederkäuern der hohe Ausstoß von Methan – einem starken Treibhausgas - sehr zu den hohen Treibhausgasemissionen von Fleisch bei: Rinder, Schafe und Ziegen müssen durch ihre Pansenverdauung ständig Methan "rülpsen".
Bio-Fleisch besser fürs Klima
So weit, so bitter für den gleichzeitigen Currywurstkenner und Fan von Gletschertouren. Die Lösung heißt: Lieber seltener, aber dafür eine richtig gute Currywurst aus Biofleisch genießen. Denn die Bilanz wird deutlich besser, wenn die Tiere aus ökologischem Haltung stammen: So weist Bio-Hühnerfleisch zum Beispiel um die Hälfte weniger Emissionen auf als konventionell erzeugtes. Die Ursache hierfür liegt im Futter: Bio-Futtermittel verursachen weit geringere Emissionen als konventionelle Futtermittel. Für ein Kilo Hühnerfleisch aus konventioneller Herstellung wird fast ein Kilo Sojamehl verfüttert. Soja, das auf Flächen angebaut wird, für die in Lateinamerika Regenwald und andere Ökosysteme weichen mussten, die viel CO2 speichern.
Quellen:
- Von Koerber, Karl und Jürgen Kretschmer 2009: Ernährung und Klima. Nachhaltiger Konsum ist ein Beitrag zum Klimaschutz.
- Livestock’s long shadow. Environemental issues and optons. FAO. Rome, Italy
- Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz Nordrhein-Westfalen 2011: Grobscreening zur Typisierung von Produktgruppen im Lebensmittelbereich in Orientierung am zu erwartenden CO2e-Fußabdruck LANUV-Fachbericht 29.


