Fleisch & Wald

  • Ist nicht jedes Steak ein Holzfällersteak?

    Im Grund: ja. Denn in jedem konventionell erzeugten Steak steckt immer auch ein Stück Wald. Für Viehweiden und den Anbau von Futtermitteln für unsere Schweine, Hühner und Rinder werden in Südamerika große Waldflächen gerodet.

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    Wie viel "Wald" in einem Schnitzel steckt, steht leider auf keiner Verpackung. Der größte Teil unseres Fleisches stammt zwar von hiesigen Rindern, Schweinen oder Hühnern. Doch vor allem die letzten beiden Arten werden viel mit Soja gefüttert. So sind in einem 150 Gramm Schnitzel 100 Gramm Sojamehl "versteckt". Um den deutschen Fleischhunger zu stillen, müssten wir auf einer Fläche so groß wie Sachsen Soja anbauen. Tun wir aber nicht. Stattdessen belegen wir vor allem in Lateinamerika Flächen - oft auf Kosten wertvoller und artenreicher Wälder.

Die Viehwirtschaft – ein Treiber der Abholzung

 

Die brasilianische Waldsavanne des Cerrado, die argentinischen Nebelwälder und Trockenwälder des Chaco oder der atlantische Regenwald in Paraguay wurden und werden in weiten Teilen für Sojaplantagen und Weideflächen gerodet. Die Regenwälder des Amazonas sind vor allem von Viehhaltern bedroht. Schätzungen zufolge werden 60 bis 75 Prozent der neu gerodeten Flächen für Weideland geschaffen. Ob für Weiden oder Futtermittel - alle haben eines gemeinsam: Der weltweit wachsende Appetit auf Fleisch bedroht diese Schatzkammern der Artenvielfalt. Bereits jetzt wird ca. ein Drittel der weltweiten Landfläche für die Viehwirtschaft genutzt. Und die Nachfrage nach Burgern, Steaks und Co steigt weiterhin.

 

Soja – Futtermittel und Flächenfresser

 

Gleichzeitig erhöht sich damit auch die Nachfrage nach Futtermitteln. So verdoppelte sich in den vergangenen 20 Jahren die  Soja-Anbaufläche von etwas über 50 auf ca. 100 Mio. Hektar. Der stärkste Anstieg fand in Südamerika statt. Von 2000 bis 2009 stieg die Anbaufläche in Argentinien von ca. 8,6 Mio. auf ca. 17 Mio. Hektar, in Brasilien von ca. 14 Mio. auf 22 Mio. Hektar – eine Fläche fast so groß wie Großbritannien (24,3 Mio. Hektar).  
Wir Europäer, so auch wir Deutsche sind an dieser Entwicklung beteiligt. In Brasilien, Argentinien und Paraguay sind über 30 %  der gesamten Sojaanbaufläche nur für den Export in die Europäische Union bestimmt. Die EU importierte 2010 etwa 35 Millionen Tonnen an Sojaprodukten. Ein beträchtlicher Teil landet in Deutschland – insgesamt ca. 6,4 Mio. Tonnen (18%). Davon geht der überwiegende Anteil - rund 80% - als Sojamehl in die Futtertröge von Schweinen, Hühnern und Rindern, die wir essen. Wir haben es mit unserem Ernährungsverhalten also auch täglich ein Stück weit selber in der Hand, die Zerstörung einzigartiger Lebensräume in Lateinamerika zu bremsen.

Weitere Infos zum Download:

 

WWF-Studie: Fleisch frisst Land

WWF-Hintergrundpapier: Natürliche Lebensräume in Gefahr